Im dritten Teil untersuchen wir, was die Eigenschaften eines S&P 500 Aktienfonds mit Basiswährung Gold gewesen wären und wie sich dieser im Vergleich zum herkömmlichen S&P500 geschlagen hätte. Wir untersuchen, wie sich die (gemäss Herrn Munger unzivilisierte) Anlagestrategie gegenüber dem S&P500, dem S&P500 Aktienindex und der Berkshire-Strategie seit Januar 1997 geschlagen hätte und wir lösen ein Versprechen ein.

 

Rückblick

Im ersten Beitrag zeigten wir auf, dass Gold einen gewissen Schutz gegenüber staatlicher Repressionspolitik liefern kann. Der zweite Teil erläuterte, dass man Gold nicht unbedingt als Anlageklasse, sondern alternativ auch als Währung betrachten kann und somit die Basiswährung eines Anlagefonds auch Gold sein könnte. Wir zeigten ebenfalls, dass der Goldpreis in US-Dollar tendenziell umso höher war, je tiefer die US-Zinsen waren, je stärker die Zinsen gesunken sind und je schrecklicher der Anlagennotstand im Bereich festverzinslicher Wertpapiere war.

 

Investitionen in realen Assets

Der S&P500 Gold Hedged Index mit dem Ticker SPGL5UT ist der S&P 500 Index mit Basiswährung Gold statt US-Dollar. Dieser Index schützt die Investoren gegen adverse Bewegungen des US-Dollars gegenüber dem Gold und ist gleichzeitig im S&P500 und somit also in realen assets investiert.

Eine grafische Betrachtung der Wertentwicklung der auf den S&P500 rebasierten Indizes seit Januar 1997 (Grafik 1) führt zu folgender Medaillenverteilung in der Kategorie Performance:

S&P500 Basiswährung Gold:
Gold (wie der Name schon sagt) – 1. Platz
Berkshire Aktien:
Silber – 2. Platz
Gold:
Bronze – 3. Platz
S&P500 :
undankbarer 4. Platz

 

 

Grafik 1: Wertentwicklung von Gold, S&P500, S&P500 Basiswährung Gold und Berkshire Aktie in US-Dollar seit Januar 1997

Wertentwicklung von Gold, S&P500, S&P500 Basiswährung Gold und Berkshire Aktie in US-Dollar seit Januar 1997

Eine ausführliche Analyse der Korrelationsstrukturen und Risikostrukturen wie Drawdown-Analysen usw. würde den Rahmen dieses Blogposts sprengen. Es sei an dieser Stelle lediglich fairerweise erwähnt, dass die S&P500 Basiswährung Goldstrategie im Oktober 2008 rund 46% verloren hatte (Verluste Berkshire: -12%, S&P500: -18.5%, Gold: -18.4%). Alle Renditen sind log-Renditen.

Wir hatten im 2. Teil versprochen eine Brücke zum ersten Post und dem provozierenden Interview von Charly Munger zu schlagen.

Versprechen muss man halten: «Choosing US-Dollar as a base currency is an excellent idea if you are an investor believing in Santa Claus and central bank responsibility. Apart from that, civilised investors choose always gold as their long-term base currency and do invest in physical assets.»

Mit diesem selbsterdachten Zitat ist die Investitionsweisheit von Charly Munger (und Warren Buffett) mit der Weisheit von Friedrich August von Hayek und der österreichischen Schule kombiniert. Diese Kombination muss (insbesondere in Zeiten finanzieller Repression durch den Staat) «alles andere» schlagen. Die «Munger-Hayek»-Strategie hat auch seit Januar 2007 «S&P500, S&P500 Basiswährung Gold, Gold und S&P500» geschlagen, wie der intelligente Leser aufgrund Grafik 1 leicht selbst schlussfolgern kann.

 

Fazit

Somit gilt erstens: Investitionen in «real assets» und Exposure zu Gold widersprechen sich nicht, man muss sich nicht durch die Zentralbanken unterdrücken lassen. Man beachte, dass zumindest über den doch recht langen Zeitraum von Januar 1997 bis heute die unzivilisierte Anlagestrategie (Investitionen in physisches Gold) besser als S&P500-benchmarktgewichtete Investitionen in «real assets» rentiert hätten. In diesem Punkt hatte Charly Munger somit unrecht.


Thomas Härter
Chief Investment Officer Aquila