Vor rund 10 Jahren hat das iPhone seinen rasanten Siegeszug begonnen und die Smartphones massentauglich gemacht. Eine Veränderung, die unser Leben massiv beeinflusst und auf vielfältige Weise verändert hat.

 

Eines für alles – Das Smartphone hat die Multifunktionalität des Sackmessers in die digitale Welt übertragen und bietet heute mehr Funktionalitäten als das grösste und dickste Sackmesser.

Wer wollte schon im Alltag ein Messer, einen Schraubenzieher, einen Dosenöffner und einen Korkenzieher mit sich herumtragen. Das Sackmesser mit seinen vielen Funktionen half dabei, dass diese Geräte alle zumindest im mobilen Einsatz obsolet wurden.

Das gleiche Ziel verfolgen heute auch die Hersteller der Smartphones: Wer trägt heute noch einen Walkman oder iPod bei sich, wer einen Fotoapparat oder eine Videokamera? Bücher sieht man ebenfalls immer seltener und der Gameboy verstaubt irgendwo im Regal.

Die Smartphones lösen die Geräte, die nur eine Funktion haben, in atemberaubendem Tempo ab. Dabei ist die Qualität der Musik, der Fotos und sogar der Videos oftmals gleichwertig oder für den Alltagsgebrauch sogar höher.

Das Smartphone gehört zu den populärsten elektronischen Geräten überhaupt und wird überall und jederzeit von jedermann genutzt. Wer sich auf der Heimfahrt im Tram oder Zug umschaut, stellt schnell fest, dass (fast) jeder Mitfahrer ein Smartphone in der Hand hält und komplett darin vertieft ist. Es wird gemailt, getwittert, gespielt, bezahlt, bestellt, ersteigert, gelesen, gehört, gesehen und – man lese und staune – sogar telefoniert – was das Zeug hält.

Es geht dabei aber nicht nur um den Ersatz bestehender Einzelgeräte. Nein, das Smartphone bringt uns auch Inhalte jeglicher Art in kürzester Zeit vor unsere Augen und in unsere Ohren. Für ein riesiges Heer von (mehr oder weniger) innovativen Firmen und Einzelpersonen bietet das Smartphone immer neue Nutzungs- und Absatzpotentiale: Influencer, Game-Entwickler, Musiker: sie alle können so innert kürzester Zeit ihr Angebot direkt zu willigen Endkunden bringen.

Das Smartphone hat somit die Welt in unsere Hosentasche gebracht und dabei natürlich auch das Sackmesser aus derselben verbannt.

 

Wie geht es weiter?

Wer das genau weiss, könnte der nächste Steve Jobs werden.

Klar aber ist, dass immer neue Inhalte und mehr Funktionen auf unser Smartphone gebracht werden. Virtual Reality-Anwendungen sind schon fast massentauglich; das Thema der künstlichen Intelligenz wird Apps, Spiele und Co. zu neuen Höhen führen.

Kurzum:  unser Alltag und die Art, wie wir kommunizieren und uns informieren, wird sich nochmals massiv verändern.

 

Also alles perfekt in der digitalen Welt?

Nicht unbedingt; die Informationsflut, die sich täglich über uns alle ergiesst, ist kaum mehr zu bändigen und der Blick für das Wichtige fällt immer schwerer. Studien zeigen, dass uns das Smartphone um den Schlaf bringt und die ständige Erreichbarkeit negativ für die eigene Gesundheit ist.

Während wir zwar keinen Fotoapparat mehr mit uns herumtragen müssen, wird unsere Tasche aber plötzlich mit Ladegerät und Powerbank belastet, da wir ja keinesfalls offline sein wollen und die neuen Multifunktionsgeräte ihre Batterien konstant leersaugen.

Und spätestens dann, wenn wir vor der verschlossenen Bierflasche ohne Drehverschluss sitzen, wünschten wir uns auf einmal doch das gute alte Sackmesser zurück.

 

In diesem Sinne ein kleiner Tipp zum Schluss:

Ab und zu einen Blick über den Bildschirmrand des Smartphones hinaus zu wagen lohnt sich. Die reale Welt bietet ebenfalls fantastische Erlebnisse, Begegnungen und Möglichkeiten…


Patrick Schellenberg
Leiter Operations, Aquila AG