1. Quartal 2026

Der Krieg im Iran dominiert aktuell die weltweiten Börsen. Die unabhängigen Vermögensverwalter in der Schweiz sind deshalb laut dem jüngsten Aquila Vermögensverwalter Index für das laufende Jahr deutlich pessimistischer geworden.
Am Sonntag dürfte die SPD dem Koalitionsvertrag zustimmen und die GroKo Wirklichkeit werden. Gegen Montagmorgen dürfte das Ergebnis der italienischen Parlamentswahl bekannt sein. Da die Mitgliedschaft Italiens im Euroland nicht Wahlthema ist, können Investoren das Ergebnis mit Gelassenheit nehmen. Egal, wie es ausfallen wird. Kurzfristig dürften die Finanzmärkte positiv auf eine erhöhte politische Gewissheit reagieren, wie immer auch das italienische Wahlergebnis ausfallen mag. Mittelfristig droht das Auslaufen der derzeitigen Erholungsrally, in der wir uns nach dem „Minicrash“ befinden.
Am Sonntag werden zwei wichtige Weichen für die europäische Politik gestellt.
Am Sonntagvormittag wird das Ergebnis des basisdemokratischen SPD-Mitgliederentscheides, ob die SPD erneut eine grosse Koalition mit der SPD eingehen soll, offenbart. Dies ist die letzte Hürde die genommen werden muss, damit die GroKo Realität wird.
Wir rechnen damit, dass die Mehrheit der Mitglieder für die GROKO stimmen wird und sind uns in dieser Einschätzung sehr sicher.
Sollte doch wider Erwarten die Mehrheit der SPD-Mitglieder sich gegen die GroKo aussprechen, würde Deutschland politisch betrachtet „italienisiert“ werden und Europa sähe sich einer erhöhten politischen Unsicherheit gegenüber.
Dann würden entweder Neuwahlen erfolgen, oder die CDU / CSU würde eine Minderheitenregierung „versuchen“. Die FDP hat bereits grünes Licht für dieses „Abenteuerexperiment“ signalisiert. Da das politische Establishment Neuwahlen wie die Pest hasst, weil sie ein Wahldesaster (=Stimmenverluste an die „Kleinen“) befürchten und weil Frau Merkel „nicht loslassen kann“, wäre eine Minderheitenregierung wohl wahrscheinlicher, als Neuwahlen.
Nochmals, wir sind uns sehr sicher, dass die SPD für die GroKo stimmen wird[1].
Eine eingehende Analyse der GroKo finden Sie in der letzten Ausgabe des Aquila Flash oder in der letzten Aquila Blogpost.
Nun zur Wahl in Italien, dem zweiten wichtigen politischen Ereignis. Was lässt sich über die Italienwahl sagen?
Vorweg eine Analyse der Bedeutung der italienischen Wahl für die Finanzmärkte. In der Vergangenheit, insbesondere während der Eurolandkreditkrise und während des „Brexit-Schocks“ reagierten die Finanzmärkte äusserst sensibel auf politische Ereignisse in Italien.
Derzeit ist dies nicht der Fall. Geht es bei den italienischen Wahlen wirklich nicht mehr um Leben und Tod, um den Fortbestand des Eurolandes und um das Risiko einer erneuten Eurolandkreditkrise?
Die Hauptgründe, warum die Kreditaufschläge italienischer Anleihen kaum Stress anzeigen und es wirklich nicht „um die Wurscht geht“ nach der Wichtigkeit geordnet lauten:
Ein Italoexit kann auf absehbare Zeit mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Dies hat mittlerweile auch die angelsächsisch dominierte hysterische Finanzpresse verstanden.
Lohnt es sich dann eigentlich überhaupt weiter zu lesen? Wenn Sie wissen wollen wer gewinnen wird nicht, denn das wissen wir nicht. Wir haben aber ein paar Gedanken.
Die Unsicherheit hinsichtlich des Wahlausganges ist sehr hoch, nicht zuletzt deshalb weil, das revidierte Wahlgesetz nun Ähnlichkeiten mit dem deutschen Wahlsystem hat: 1/3 aller Sitze im italienischen Parlament werden nun direkt innerhalb ihres Wahlkreises gemäss Mehrheitswahlrecht gewählt. Somit hängt die Zusammensetzung auch vom persönlichen Charisma der von den Parteien in den Wahlkreisen aufgestellten Kandidaten ab. Deshalb sind die Umfragen vermutlich weniger repräsentativ und treffsicher als in der Vergangenheit. 2/3 der Sitze werden gemäss Verhältniswahl vergeben. Die Komponente Direktwahl dürfte jedoch insgesamt tendenziell die grösseren, etablierteren Parteien begünstigen.
In Italien werden die Parteibündnisse bereits vor den Wahlen gebildet. Es treten an 1. Das Mitte-Links-Bündnis um die Partito Democratico (PD). 2. Das Mitte-Rechts-Bündnis bestehend aus Forza Italia (Silvio Berlusconi), Lega Nord und Fratella d’Italia. 3. Die Fünf-Sterne-Bewegung.
Die Fünf-Sterne-Bewegung liegt gemäss Umfragen vorne, verfolgt aber eine bündnisfeindliche, schwierige Einzelgänger-Politik. Die Wahrscheinlichkeit eines klaren Sieges ist nahe null.
Das stärkste Bündnis ist gemäss Umfragen das Mitte-Rechts-Bündnis. Da die Forza Italia und die Lega Nord über einige charismatische Kandidaten verfügen dürften, könnte das Bündnis bei der Direktwahlkomponente gut abschneiden. Auch das Momentum der Umfragen spricht für Mitte-Rechts. Dieses Ergebnis wäre wohl auch das marktfreundlichste. Wir halten dieses Ergebnis für das wahrscheinlichste.
Das Zweitwahrscheinlichste Ergebnis ist eine Art „Riesenkoalition“ zwischen obigen Parteibündnissen mit kurzer Halbwertszeit. Wahrscheinlich könnten sich die PD, die Forza Italia und andere Parteien nur für eine gewisse Zeit zusammenraufen. Die Finanzmärkte könnten mit diesem Ergebnis leben.
Nochmalige Neuwahlen oder ein Zusammengehen der Euroskeptischen Parteien halten wir für sehr unwahrscheinlich.
Falls diesen Sonntag in Deutschland und Italien „marktfeindliche Politik“ abgewendet werden sollte (davon gehen wir aus), dürfte sich der Euro und die Aktienmärkte (Europäischen Anleihenmärkte) von der freundlichen Seite (unfreundlichen Seite) zeigen.
Allzu viel sollten Investoren allerdings nicht erwarten, da die Erholungsrally nach dem Minicrash vermutlich in den nächsten Wochen scheitern dürfte. Das ist aber ein anderes Thema.
[1] Es gibt aber ein Kuriosum. Wir wissen bereits, wie ein Schweizer SPD-Mitglied Mitglied –ausländische Mitglieder dürfen auch abstimmen- abstimmen wird. Jöel Bühler (22) möchte gegen den Koalitionsvertrag stimmen, da diese in erster Linie der AfD helfen würde. In diesem Punkt (in allen anderen nicht), schliessen wir uns der Analyse von Herrn Bühler an.
Kontakt: Thomas Härter, CIO, Investment Office
Telefon: +41 58 680 60 44
Disclaimer: Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen und Ansichten beruhen auf Quellen, die wir als zuverlässig erachten. Dennoch können wir weder für die Zuverlässigkeit noch für die Vollständigkeit oder Richtigkeit dieser Quellen garantieren. Sämtliche Informationen werden ohne Mängelgewähr und ohne ausdrückliche oder stillschweigende Zusicherungen oder Gewährleistungen zur Verfügung gestellt. Diese Informationen und Ansichten dienen rein zu Informationszwecken und begründen weder eine Aufforderung noch ein Angebot oder eine Empfehlung zum Erwerb oder Verkauf von Anlageinstrumenten oder zur Tätigung sonstiger Transaktionen. Interessierten Investoren empfehlen wir dringend, ihren persönlichen Anlageberater zu konsultieren, bevor sie auf der Basis dieses Dokumentes Entscheidungen fällen, damit persönliche Anlageziele, finanzielle Situation, individuelle Bedürfnisse und Risikoprofil sowie weitere Informationen im Rahmen einer umfassenden Beratung gebührend berücksichtigt werden können. Wir übernehmen keine Haftung für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen und Ansichten. Soweit gesetzlich zulässig schliessen wir jede Haftung für direkte, indirekte oder Folgeschäden aus, einschliesslich entgangenen Gewinns, die aufgrund der publizierten Informationen entstehen.

Der Krieg im Iran dominiert aktuell die weltweiten Börsen. Die unabhängigen Vermögensverwalter in der Schweiz sind deshalb laut dem jüngsten Aquila Vermögensverwalter Index für das laufende Jahr deutlich pessimistischer geworden.

Seit Ende Februar eskaliert der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran. Angriffe auf Energieanlagen und die Blockade der Strasse von Hormus führen zu massiven Ausfällen bei Öl und Gas auf dem Weltmarkt.

Am vergangenen Samstag haben die USA und Israel zivile und militärische Ziele im Iran angegriffen. Dabei ist Ayatollah Ali Kamenei, der iranische Revolutionsführer ums Leben gekommen. Die iranische Regierung hat eine 40-tägige Staatstrauer angekündigt.
Domiziladresse
Aquila AG
Bahnhofstrasse 43
CH-8001 Zürich
Telefon: +41 58 680 60 00
Postadresse
Aquila AG
Postfach
CH-8022 Zürich
Quick Links