1. Quartal 2026

Der Krieg im Iran dominiert aktuell die weltweiten Börsen. Die unabhängigen Vermögensverwalter in der Schweiz sind deshalb laut dem jüngsten Aquila Vermögensverwalter Index für das laufende Jahr deutlich pessimistischer geworden.
Spannungen zwischen Taiwan und China bestehen seit Jahrzehnten. Die Besitzansprüche Chinas an der Inselgruppe sind unmissverständlich. Der Besuch von Nancy Pelosi bei der taiwanischen Präsidentin Tsai Ing-wen hat «das Fass zum Überlaufen gebracht». China reagiert mit einem grossangelegten Manöver.
Geschichte
Taiwan heute
Aktuelle Lage
Die Stimmung zwischen China und Taiwan ist grundsätzlich angespannt, weil China einen historischen Gebietsanspruch an Taiwan geltend macht.
Der offiziell nicht genehmigte «Freundschaftsbesuch» von Nancy Pelosi (die Nummer drei in der politischen Hierarchie der USA) bei der taiwanischen Präsidentin Tsai Ing-wen wird von China als Provokation angesehen. Auch Russland, Syrien und der Iran verurteilen den Besuch von Nancy Pelosi als Affront. China hat als Reaktion darauf Sanktionen gegen Taiwan und Pelosi erlassen und ein massives Militärmanöver in der Formosastrasse und rund um Taiwan gestartet. Die Insel ist damit faktisch von der Umwelt abgeschnitten und das Hoheitsgebiet von Taiwan wiederholt verletzt worden. China simuliert im Rahmen des Manövers auch einen Angriff auf Taiwan mit Raketenbeschuss, worauf Taiwan mit der Mobilisierung der eigenen Streitkräfte begonnen hat. Die ganze Region ist in Alarmbereitschaft und die Welt verunsichert.
Eine kritische Beurteilung
Durch die Sanktionen Chinas und die militärischen Manöver leidet Taiwan unter eingeschränkten Handelsströmen und zahlt einen hohen Preis für die amerikanische «Unterstützung». Die Isolation von Taiwan durch die Seeblockade und die Lieferstopps sind besorgniserregend. Denn in Taiwan werden 66% aller global hergestellten Halbleiter produziert. Sand ist der Grundstoff hierfür. Jedoch hat China die Lieferung von Sand an Taiwan bereits gestoppt. Lieferungen Dritter werden für die Dauer der Manöver ausbleiben und wahrscheinlich darüber hinaus begrenzt sein. Bei Halbleitern bestand bereits vor der Eskalation der Taiwan-Krise ein Lieferengpass. Der Technologiesektor, aber auch weitere Bereiche, die auf Halbleiter angewiesen sind, werden durch die erläuterten Spannungen nun zusätzlich belastet.
In der Superliga der Grossmächte und auch innenpolitisch kann China in dieser Sache nicht ohne Gesichtsverlust klein beigeben. Die innenpolitischen Probleme (u.a. Immobilienkrise) gefährden die Stabilität und der Konflikt ist eine willkommene Ablenkung. Aktuell müssen wir von einer länger anhaltenden, aufgeheizten Krise ausgehen. Im Herbst finden sowohl in China als auch in den USA Wahlen statt. Keine der beiden Seiten kann deshalb Schwäche zeigen. Da beide Länder über Langstreckenraketen und atomare Sprengköpfe verfügen – und überdies im Ukraine-Russland-Konflikt ebenfalls eine atomare Bedrohung aufgebaut wird – ist die Stimmung so angespannt wie zuletzt im kalten Krieg. Die Friedensdividende ist endgültig Geschichte.
Zu hoffen bleibt, dass es zu keinem weiteren erschwerenden Zwischenfall – weder konventionell noch atomar – kommt und sich die Lage entspannt. Ein vollständiger Rückzug Chinas ist aber nicht zu erwarten.
Schlussfolgerungen
Für Taiwan werden die wirtschaftlichen Folgen durch die Seeblockade und die chinesischen Sanktionen einschneidend sein. Globale Lieferengpässe dürften abermals verschärft werden, die Verfügbarkeit von Gütern knapp und der inflationäre Druck erhöht bleiben.
Kriegsbedingte hohe Ausgaben für China werden die Bereitschaft zur Weiterführung der Manöver begrenzen. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Eskalation, dass es zu einer Invasion und folglich zum Eingreifen der USA kommt, stufen wir aktuell als gering ein. Die Spannung in der Region wird aber erhöht bleiben.
Eine Benchmark gewichtete oder leicht untergewichtete Aktienquote erscheint angesichts der erhöhten Risiken angezeigt. Technologiewerte und der Automobilsektor, die bereits unter dem Chipmangel leidet, dürften am stärksten in Mitleidenschaft gezogen werden. Allgemein könnte durch die guten Quartalsergebnisse der Unternehmen gestützte Erholung der Aktienmärkte an technische Widerstände stossen.
Kontakt: Christoph Sieger, Portfolio Manager
Telefon: +41 58 680 60 56
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