4. Quartal 2020

Vermögensverwalter setzen auf Impfstoff und Substanzwerte

 

Die unabhängigen Vermögensverwalter in der Schweiz erwarten 2021 eine markante Börsenhausse in ausländischen Aktien. Ausserdem glauben sie ans Gold als stabile Vermögensanlage. Fast die Hälfte der Akteure will sich gegen Corona impfen lassen.

 

Trotz Wirtschaftsflaute und anhaltender Corona-Pandemie gehen die unabhängigen Vermögensverwalter in der Schweiz frohen Mutes ins neue Jahr, wie aus dem neusten Aquila-Vermögensverwalter-Index (AVI) hervorgeht.

Gut zwei Drittel der befragten Akteure rechnen mit einer weltweiten Börsenhausse in den kommenden drei Monaten – insbesondere im EuroStoxx50-Index (67 Prozent der Umfrageteilnehmer) sowie im Swiss Market Index (SMI), bei dem gar 68 Prozent mit einem deutlichen Plus rechnen (vgl. nachstehende Grafik).

 

 

Zum Vergleich: Vor drei Monaten gingen lediglich etwa 45 Prozent der Befragten von einem weiteren Anstieg der Börse aus. Die wachsende Klarheit im Rennen um die US-Präsidentschaft sowie der nun begonnene Impfprozess gegen das Corona-Virus in vielen Ländern dürfte zum generellen Optimismus beigetragen haben.

Bereit für Impfung

Von den befragten Vermögensverwaltern wollen sich denn auch 43 Prozent impfen lassen, während 33 Prozent sich dagegen aussprechen. Rund ein Viertel ist noch unentschieden (vgl. nachstehende Grafik).

 

 

Dies geht aus dem Aquila-Vermögensverwalter-Index (AVI) hervor, den die Schweizer Aquila-Gruppe alle drei Monate in Zusammenarbeit mit finews.ch publiziert. Der Index fasst verschiedene Prognosen von unabhängigen Vermögensverwaltern in der Schweiz zusammen. An der jüngsten Umfrage beteiligten sich fast 150 Firmen.

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«Es hat sich gezeigt, dass 2020 ein erfolgreiches Jahr für ‹systematisch› agierende Anleger war. Die Evaluation der richtigen Anlagestrategie sowie ein disziplinierte Anlageansatz sind auch 2021 das A und O», sagt Yves Hauser, Investmentchef der in Zürich ansässigen Finaport Group.

Unverwüstlicher Glaube ans Gold

Im Zuge der weiteren Börsenhausse setzen 57 Prozent der unabhängigen Vermögensverwalter auf Substanzwerte, während 43 Prozent den Wachstumswerten die Treue halten wollen. Am meisten Potenzial erwarten die Akteure dabei in ausländischen Aktien, namentlich aus dem MSCI-World-Index sowie von Firmen, die einen beträchtlichen Teil ihrer Umsätze in Schwellenländern generieren. Damit setzen die Umfrageteilnehmer auf die erhoffte wirtschaftliche Erholung in Asien, wo manche Länder die weitere Verbreitung des Corona-Virus’ offenbar besser eindämmen konnten.

Viele Vermögensverwalter glauben auch weiterhin an das Gold als Assetklasse, doch mittlerweile sind auch Investments in virtuelle Währungen wie Bitcoin zunehmend beliebt (vgl. nachstehende Grafik).

 

 

Ein Blick auf die durchschnittliche Asset-Allokation der befragten Akteure zeigt, dass sie gegenüber dem Vorquartal ihre Liquidität von 16,3 Prozent auf 14,2 Prozent abgebaut haben, was zu Gunsten von Unternehmensanleihen (von 23,7 Prozent auf 24 Prozent) sowie von Gold (von 6,7 Prozent auf 8 Prozent) ging. Unverändert blieb per Jahresanfang der Aktienanteil und zwar bei 45 Prozent (vgl. nachstehende Grafik).

 

 

«Weltweit dominiert die Meinung der Investoren und Ökonomen, dass der Wirtschaftsausblick für 2021 positiv ist. Die Einschätzung beruht auf den Erwartungen von realen Vermögenswerten, deren Wert bereits seit den Tiefen der Pandemiekrise im März gestiegen ist, aber auch von bisher vernachlässigten Sektoren. Die neusten Nachrichten über die Mutation des Corona-Virus’ zeigen jedoch, dass 2021 kein Spaziergang werden wird. Was sind die Herausforderungen?», sagt Martin Fankhauser, Partner bei der Firma Marfinance in Obergerlafingen im Kanton Solothurn.

Markanter Neugeld-Zufluss

Insgesamt blicken die unabhängigen Vermögensverwalter auf eine stabile (39 Prozent der Befragten) oder positive (29 Prozent) Entwicklung in den vergangenen zwölf Monaten zurück. Es verzeichneten denn auch 53 Prozent der Umfrageteilnehmer unter dem Strich eine Zunahme der Kundendepots, was wiederum zu 43 Prozent auf Neugeldzuflüsse zurückzuführen ist.

Trotz aller Euphorie, die nun zum Jahresanfang ganz offensichtlich dominiert. Gibt es auch mahnende Stimmen. «Die Herstellung und Verteilung der Impfstoffe weltweit ist ein grosse Herausforderung und wird einige Zeit in Anspruch nehmen», so Fankhauser weiter.

Rasant wachsende Schulden

Zudem hielten die geld- und fiskalpolitischen Massnahmen die verschiedenen Volkswirtschaften bislang am Leben. Die Schulden nahmen jedoch unvermindert zu. «Wie lange hält das Vertrauen in die Leitwährungen noch an?», fragt Fankhauser.

«Die Suche nach Rendite und Performance wird die Investoren in immer riskantere Anlagen treiben. Die Versuchung dabei, eine geringere Qualität im Portfolios in Kauf zu nehmen und höhere Risiken einzugehen, ist gross – ebenso die Wette darauf, dass die Zinssätze für immer niedrig bleiben», warnt der Experte von Marfinance.

 

Der nächste AVI-Index erscheint im April 2021.

 


Kontakt: Nicolas Peter, Head Asset Management Telefon: +41 58 680 60 42 Quelle: Finews AG, Zürich


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