In den nächsten Jahren wird die Staatsverschuldung der USA auf Rekordhöchststände ansteigen und die alte Rekordmarke, die Ende des 2. Weltkrieges erreicht wurde, übertrumpfen. Es besteht die Gefahr, dass der US-Staatshaushalt längerfristig zum Sanierungsfall und damit zur Gefahr für das Weltfinanzsystem wird. Es droht ein weiterer Zinsanstieg in den USA.

 

Die untenstehende Grafik zeigt die Staatsschulden der USA in Prozent des Bruttoinlandproduktes seit 1790.

Quelle: Congressional Budget Office

Ausweitung des US-Staatsdefizites

Das Staatsdefizit und die Finanzierungskosten der Staatsschulden wachsen gleichzeitig.

Das Wachstum der Steuereinnahmen wird gemäss Projektionen des Congressional Budget Office (CBO) nicht mit dem Wachstum der Staatsausgaben einschliesslich der staatlichen Renten- und Gesundheitshaushalte mithalten können.

 

Optimistische Annahmen – was, wenn es schlimmer kommt?

Die Annahmen des CBO sind nicht gerade pessimistisch:

  • Keine Rezession bis 2027
  • Ab 2021 wächst die US-Wirtschaft real um 1.9%
  • Die Verzinsung der 10-jährigen Treasuries verbleibt zwischen 3%–4%. Nach einer kurzen Phase der Überbeschäftigung findet man sanft den Weg in die Vollbeschäftigung zurück.

Trotz der sehr optimistischen Annahmen prognostiziert das CBO, dass die Staatsverschuldung die alten Rekordhöchststände aus der Nachkriegszeit bei weitem übertreffen wird und das in Friedenszeiten, denn ein Krieg ist selbstverständlich in den CBO Projektionen nicht vorgesehen.

 

Bilanzschrumpfung der FED könnte das Problem verschärfen

Gleichzeitig mit der Ausweitung des Staatsdefizits reduziert die FED ihre Bilanz, führt Quantitatives Tightening durch, so dass nicht nur aufgrund der steigenden Haushaltsdefizite immer mehr Anleihen durch die privaten Sektoren und das Ausland gehalten werden müssen.

Es ist wahrscheinlich, dass der US-Staatshaushalt in einigen Jahren saniert werden muss, auch durch Steuererhöhungen. Das Risiko, dass die US-Zinsen weiter ansteigen und der Bondbullenmarkt der letzten Jahrzehnte endgültig zu Ende sein wird, ist sehr hoch.


Thomas Härter
Chief Investment Officer Aquila